Arbeitsplatz

Die Zukunft der Flexible Workspaces? Vom Desk- zum Timesharing

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17.08.2020

Montag bis Mittwoch die einen, Donnerstag bis Sonntag die anderen – neu ist das Prinzip des Timesharings nicht, kann aber für viele Unternehmen zunehmend interessant werden. Aufgrund der COVID-19-Pandemie kann das Konzept auch für den flexiblen Bürosektor ein Modell mit Zukunftsaussicht sein.

Infolge der COVID-19-Pandemie wurde vielerorts aus dem „Home“ ein „Office“. Auch wenn immer mehr Angestellte mittlerweile wieder sukzessive in ihren Alltag zurückkehren, verstärkte die zeitweilige Veränderung oftmals den Wunsch nach mehr Flexibilität und räumlicher Unabhängigkeit nachhaltig. Auch die meisten Unternehmen haben zunehmend ihre alten Vorurteile gegenüber dem Homeoffice abgelegt und wollen die Möglichkeit nun vermehrt und dauerhaft in ihre Unternehmenskultur etablieren. So gab etwa Siemens bekannt, dass die eigenen Mitarbeiter in Zukunft im Schnitt zwei bis drei Tage pro Woche mobil arbeiten sollen. Allerdings verfügt nicht jeder über einen adäquaten Rückzugsort und die notwendige technische Ausstattung in den eigenen vier Wänden. Für diejenigen stellen Flexible Workspace eine willkommene Alternative dar, die auf Dauer auch ein wichtiges Tool im War for Talents sein wird. Die Unternehmen wiederum können durch die flexiblen Kosten auch in Krisenzeiten entsprechend kurzfristig auf wirtschaftliche Änderungen reagieren. Zudem rückt die zuletzt immer wieder geführte Debatte über einen möglichen Rechtsanspruch auf das Homeoffice variable Mietmodelle insgesamt in den Vordergrund und wirft die Frage auf, wie Unternehmen die Anmietung eigener Büroflächen zukünftig möglichst flexibel ausgestalten können.

Steckt Flexibilität nur im Namen?

Timesharing-Konzepte für Flexible Offices können hier Abhilfe leisten. Nutzer und Unternehmen könnten sich dabei die Fläche in einem private Office mit einem oder gar mehreren anderen Unternehmen  teilen und diese beispielsweise nur an bestimmten Wochentagen oder nur zu bestimmten Arbeitszeiten besetzen. Anders als beim Hot Desking oder beim Hoteling, bei denen die Arbeitsflächen entweder nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" vergeben oder aber zugewiesene Schreibtische temporär im Voraus gebucht werden, sind beim Timesharing Flächen dauerhaft zu festgelegten Zeiten buchbar. Die Vorteile liegen dabei auf der Hand: Die anfallende Büromiete wird unter den Mietern je nach Nutzungsdauer aufgeteilt, sodass die Unternehmen einen größeren finanziellen Handlungsspielraum erhalten. Gleichzeitig schaffen Timesharing-Konzepte in der Kombination mit dem Homeoffice einen festen Regelungsrahmen, an dem sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer orientieren können. Charmanter Nebeneffekt: Die gemeinsame Nutzung der Flächen ist nicht nur effizient, sondern auch ressourcenschonend und nachhaltig.

Jeder Topf braucht einen Deckel

Nachteile werden jedoch auf den zweiten Blick erkennbar: So sollte man die Suche nach einem geeignetem Tandemunternehmen, mit dem die angemietete Fläche in der Woche aufgeteilt werden kann, nicht unterschätzen. Solch ein passendes Gegenstück zu finden, stellt eine echte Herausforderung dar. Zudem ist zu beachten, dass Verantwortlichkeiten und Haftbarkeiten nicht so einfach zuzuordnen sind. Bei anfallenden Baumaßnahmen bzw. Reparaturen bleibt offen, welches Unternehmen dafür verantwortlich ist und dementsprechend die Kosten tragen muss. Unabhängig davon, wie man die Fläche letztendlich aufteilt: Der Arbeitsplatz muss zum Feierabend geräumt werden.

Am Ende muss jedes Unternehmen individuell für sich prüfen, wie sie den Wünschen und Ansprüchen nach flexiblen Arbeitsmöglichkeiten gerecht werden können. Für ein erfolgreiches Timesharing-Konzept braucht es neben einem gewisses Maß an Flexibilität auch die passenden Rahmenbedingungen, damit künftig nicht mehr nur einzelne Tische, sondern ganze Flächen temporär geteilt werden können.