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Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit für Flexible Workspaces?

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02.07.2020

Ein Gastbeitrag von Tanya Broadfield, Senior Sustainability Consultant bei Savills

Obwohl COVID-19 in vielerlei Hinsicht katastrophal ist, hat die Pandemie auch Gelegenheit dazu geboten, über die Zukunft nachzudenken: Wie können wir beispielsweise ein positives Vermächtnis – insbesondere in puncto Nachhaltigkeit – kreieren? Mit seinem innovativen, anpassungsfähigen und reaktionsschnellen Charakter ist der Flexible Office Markt in einer guten Position, um einen relevanten Teil hierzu beizutragen.

Unternehmen haben jetzt die Chance, sich widerstandsfähiger und nachhaltiger aufzustellen – zusätzlich angetrieben durch die aktuelle Lage und der Notwendigkeit.  Eine höhere Energieeffizienz, mehr Videokonferenzen und mehr Digitalisierung sollten nun verstärkt in Betracht gezogen werden. Darüber hinaus stehen Unternehmen mehr denn je vor der Frage, wie sich die von ihnen getroffenen Entscheidungen auf ihre Mitarbeiter und Kunden auswirken.

Vom Klatschen für unsere Ärzte und Pfleger bis hin zum verstärkten Kontakt zu unserer Nachbarn – Während der Pandemie haben viele von uns ein verstärktes Gemeinschaftsgefühl erlebt. Infolgedessen wurde ein kollektives Gefühl gestärkt, dessen Geist es nun aufrechtzuerhalten gilt. Zudem hat sich die Aufmerksamkeit für Gesundheit sowie Bewegung im Allgemeinen in den letzten Wochen deutlich gesteigert. Vor der COVID-19-Pandemie wurde angenommen, dass kurzfristige Mietverträge möglicherweise zu einem Rückzug aus einer Gemeinde und ihrer Umgebung führen könnten. Jetzt jedoch kann die Zunahme dezentralisierter und flexibler Arbeitsverhältnisse tatsächlich dazu beitragen, lokale Verbindungen aufrechtzuerhalten und diese zu verbessern.

Daher verwundert es nicht, dass große traditionelle Unternehmen wie Barclays ihre gesamten langfristigen Standortstrategien derzeit zum ersten Mal überdenken. Die Bank erwägt beispielsweise anstelle einzelner, großer Zentralen für Tausende von Menschen nun vermehrt kleine lokale Zweigstellen für ihr Büropersonal zu nutzen. Flexible Workspaces könnte diesen Schritt in Richtung Dezentralisierung unterstützen und zudem dazu beitragen, dass durch weniger Reiseaufkommen und Pendlerverkehr auch auf Dauer der Ausstoß von Treibhausgasen sowie die Luftverschmutzung verringert werden können.

Flexible Workspaces bieten zudem große Chancen, Nachhaltigkeitsfaktoren durch die Bündelung verschiedener Dienstleistungen für mehrere Nutzer ganzheitlicher anzugehen. Am Beispiel von Reinigungskräften wird dies sehr gut deutlich: Statt mehrerer Mieter, die alle ihre eigenen individuellen  Dienstleisterbeschäftigen und ihre eigenen Hygienestandards festlegen, gäbe es stattdessen ein Team für das gesamte Gebäude. Mit größeren Dienstleistungsverträgen wird es einfacher, soziale Wertzuwächse wie die Beschäftigung vor Ort zu erleichtern und höhere nachhaltige Beschaffungsstandards zu integrieren. Kurz gesagt: konsolidierte Dienstleistungen bieten viele Möglichkeiten zur Verbesserung von Nachhaltigkeitsfaktoren.

Durch eine Bündelung von Daten wie Energie-, Wasser- und Abfallinformationen können ebenso Nachhaltigkeitsmaßnahmen punktuell verbessert werden. Die besondere Herausforderung bei Flexible Workspaces besteht darin, dass häufig mit kurzen Mietverträgen gearbeitet wird. Es ist daher ratsam, die Kontrolle über Heizung, Kühlung, Beleuchtung etc. komplett den Anbietern bzw. Vermietern zu überlassen. In der Folge hätten die Gebäudemanager ein umfassenderes Leistungsspektrum und sind zugleich mit einer erhöhten Anzahl von Nutzeranfragen konfrontiert.

Für Organisationen, die sich verstärkt um ihre Nachhaltigkeitsreferenzen sorgen, könnten gut verwaltete, flexible Büroräume für eine Verbesserung der Maßnahmen innerhalb ihres eigenen Unternehmens sorgen. Sie selbst könnten sich auf ihre eigentlichen Aktivitäten konzentrieren, ohne dass sie dabei von Eigentumsfaktoren abgelenkt werden.