Meinung

Warum die Kooperation zwischen Vermieter und Mieter für die Zukunft des flexiblen Büromarkts entscheidend ist – eine erste Reaktion auf COVID-19 und den Flex-Space-Sektor

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22.04.2020

By Cal Lee, Head of Workthere

Nahezu alle flexiblen Büroanbieter haben sich schnell umgestellt und konzentrieren sich auf ihre Vertragsverlängerungsstrategie, um sicherzustellen, dass sie ihren bestehenden Kunden helfen die aktuellen Unsicherheit zu überstehen und die bestehende vertragliche Nutzung beizubehalten (oder sogar weiter zu beleben). Ebenso müssen die Vermieter mit ihren Betreibern zusammenarbeiten, sei es im Rahmen eines Mietvertrags oder eines Managementvertrags, um ihnen auch in dieser Zeit zu helfen. Je länger dies jedoch andauert, desto schwieriger wird es für den Dienstleistungssektor, der wie andere betroffene Sektoren unweigerlich staatliche Unterstützung benötigen wird, um so gut wie möglich am Laufen zu bleiben.

Die Mietverträge betreffend haben viele Kunden Flexible-Workspaces-Verträge mit einer Laufzeit von mehr als 12 Monaten (der durchschnittliche Vertrag von Workthere beträgt 11,9 Monate). Ähnlich wie bei einem konventionellen Mietvertrag sind die Möglichkeiten einer Kündigung beschränkt – es sei denn, es liegt ein wesentlicher Vertragsbruch durch eine der Parteien vor. In vielen Fällen ist es daher eine Frage des Zeitpunkts, ob eine vorübergehende Kündigung der Räumlichkeiten mit späterer Rückerwerbung möglich sein wird. Allerdings sehen wir bereits jetzt schon stark vergünstigte Tarife für längere Lizenzlaufzeiten sowie Anbieter, die ihre Mindestvertragslaufzeiten fallen lassen und ihren Kunden rollierende Verträge anbieten, so dass es trotz der derzeitigen Situation wettbewerbsfähige Angebote für Unternehmen gibt, die Platz benötigen oder ihre Verträge erneuern müssen.

Ein weiterer positiver Trend für den Sektor ist die wachsende Nachfrage nach temporären Ausweichflächen von Unternehmen, deren Umzug in ihre neuen Räumlichkeiten sich verzögert oder derzeit nicht möglich ist, weshalb eine Alternative gesucht werden muss. Hier sind flexible Workspaces durch diese sogenannten „Swing Spaces“ in der Lage, die Lücke zu füllen.

Eindeutig ist, dass auch der Flex-Markt den wirtschaftlichen Auswirkungen durch COVID-19 ausgesetzt ist. Zwar besteht das Risiko, dass Unternehmen Verträge kündigen, wenn sie in den Überlebensmodus gehen, aber aufgrund seines flexiblen Charakters ist der Flex-Markt in der Lage, relativ schnell zu reagieren und sich anzupassen. So wird sichergestellt, dass nicht nur die Bedürfnisse bestehender Kunden, sondern auch die neuer Kunden erfüllt werden. Notfall-, Ausweich- und Flächen zur Widerherstellung von Arbeitsplätzen werden bereits jetzt nachgefragt und mit der Entwicklung der aktuellen Situation könnte sich die Bedeutung flexibler Flächen innerhalb des Immobilienportfolios eines Unternehmens langfristig weiter steigern. Kurzfristig ist ein deutlicher Fokus auf die Kooperation zwischen Vermieter, Betreiber und Kunde überlebenswichtig. Nur durch die Erarbeitung gemeinsamer Lösungsansätze kann der Markt für Flexible Workspaces womöglich sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen.